Damit beim Tragen von Kontaktlinsen keine Augeninfektionen entstehen, muss auf einwandfreie Hygiene geachtet werden

Kontaktlinsen sollten regelmäßig in Lösungen eingelegt werden, die Bakterien abtöten. Nun haben Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität Kiel und der Fachhochschule Aachen als Alternative eine Linse entwickelt, die selbst antimikrobielle Eigenschaften besitzt.

Zunächst wurde an weichen Kontaktlinsen überprüft, unter welchen Umständen Bakterien an der Linsenoberfläche haften. Dazu wurden Materialien mit unterschiedlichem Wassergehalt sowie verschiedenen Oberflächenpolaritäten und chemischen Zusammensetzungen getestet. Außerdem kamen in dieser ersten Entwicklungsphase verschiedene Bakterienarten zum Einsatz.

In einer zweiten Phase untersuchten die Wissenschaftler dann die antimikrobielle Wirksamkeit einer Silberbeschichtung auf der Kontaktlinsen-Oberfläche. Dabei war eine deutliche Verminderung der Keime zu erkennen, wobei der Effekt aber erst nach einer mehrstündigen Aufbewahrung der Kontaktlinsen in einer 0,9 prozentigen Natriumchloridlösung eintrat.

Einige Bakterien, insbesondere die für schwere Hornhautentzündungen verantwortlichen Pseudomonas aeruginosa, reagierten besonders allergisch auf die Silberbeschichtung. Dieses Ergebnis lässt auf neue Möglichkeiten bei der Reduzierung kontaktlinsen-induzierter Augeninfektionen hoffen.

Da andere Bakterienarten sich aber als hartnäckiger zeigten, kann trotz einer Silberbeschichtung auch in Zukunft nicht auf die herkömmlichen Hygienemaßnahmen bei Kontaktlinsen verzichtet werden.